Brennpunktthema Pflege

Gesundheits- und Sozialminister Dr. Garg kam nach Büsum um mit Fachpublikum über das Thema bzw. Herausforderungen der Pflegepolitik zu diskutieren.

Zuvor hat er als erster Minister das beispielhafte Gesundheits- und Schulungszentrum mit Bürgermeister Lütje besichtigt.

In seinem Impulsreferat stellte er heraus, dass durch die älter werdende Gesellschaft die Pflegepolitik zwingend neue Rahmenbedingungen benötigt. Für mich so Garg, ist Pflegepolitik derzeit wie ein bunter Gemüsegarten, die dauerhafte Sicherstellung der Pflege und auch Gesundheit ist die größte Herausforderung. Riesen Problem ist die Personalsituation. Es gibt zu wenig Fach- und Hilfskräfte, das liegt sicher auch in dem schlechten Image des Berufes begründet und das macht mich wütend, so Garg. Hier leisten Menschen hochgradig verantwortliche Arbeit. Sie haben deutlich mehr Wertschätzung und auch eine bessere Vergütung verdient.

Eine examinierte Altenpflegerin verdient im Schnitt 700€ weniger als eine examinierte Krankenschwester. Wie soll man Menschen so für diesen Beruf begeistern fragt der Minister. Er will verlässliche Rahmenbedingungen schaffen, dazu gehören u. A. verlässliche Dienstpläne. Ein Schritt nach vorne kann auch sein, dass die künftigen Altenpfleger das Schulgeld nicht mehr selbst bezahlen müssen. In 2018 werden 1000 Ausbildungsplätze staatlich gefördert, 2019 dann 2100 Plätze.

Eine große Herausforderung so Garg sei es den Beruf für Wiedereinsteiger interessant zu machen. Es müssen attraktive Bedingungen geboten werden.

Das Grundproblem so der Minister abschließend im Impulsvortrag ist, dass Pflege in den letzten 20 Jahren nur durch die ökonomische Brille betrachtet wurde.

In der Diskussion wurde das Selbstbestimmungsstärkungsgesetz, das Problem hoher Ausfallzeiten durch Personalüberlastung, ambulant vor stationär, hohe Belastung durch Dokumentation und mögliche Akademisierung des Berufes angesprochen.